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Neuer Gedichtband von Alexander Nitzberg
Im Februar 2012 erscheint “Farbenklavier”, der neue Gedichtband von Alexander Nitzberg, im Suhrkamp Verlag. Heimlicher Einflüsterer dieser Verse ist der russische Komponist und Visinär Alexander Skrjabin (1872-1915), welcher sich als Messias sah, der im Feuer seiner Kunst das ganze Weltall verbrennen könnte.
Verlagsvorankündigung
Daniil-Charms-Edition
Die ab Herbst 2010 im Galiani Verlag Berlin erscheinende von Vladimir Glozer und Alexander Nitzberg herausgegebene Daniil-Charms-Edition in vier Bänden ist nun abgeschlossen. Der erste Band enthält die gesammelte Prosa, der zweite Band einen großen Teil des lyrischen Werks, der dritte die Dramen und Szenen und der vierte Essays, Tagebücher und Briefe. Die Bände sind abwechselnd von Beate Rausch und Alexander Nitzberg übersetzt.
Hier einige Rezensionen:
Deutschlandradio Kultur
Neue Züricher Zeitung
Bayerischer Rundfunk
Wiener Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Spiegel
Deutschlandradio Kultur (2)
Neues Deutschland
Ernst-Jandl-Poetikdozentur Wien
2010 wurde in Zusammenarbeit zwischen der Universität Wien und der Alten Schmiede erstmalig die Ernst-Jandl-Poetikdozentur etabliert. Alexander Nitzberg durfte den Anfang machen und hielt unter dem Gesamttitel “Mnemosyne und Mnemotechnik” zwischen Mai und Juni 2010 zwei Vorlesungen und ein Konversatorium zur Poetik.
Fellowship-Stipendium
Alexander Nitzberg erhielt bis Ende des Jahres 2009 das Fellowship-Stipendium der Stiftung Insel Hombroich und war Gast auf der Raketenstation.
Buch des Monats, September 2009
Viktor Hofmanns Erzählungen “Lüge”, die in der Übersetzung von Alexander Nitzberg beim jungen Düsseldorfer Verlag Lilienfeld erschienen sind, wurden von der Darmstädter Jury zum Buch des Monats, September 2009 gewählt.
Alexander Nitzberg übersetzt Daniil Charms
In Zusammenarbeit mit Andreas Tretner und dem Illustrator Vitali Konstantinov ist im Bloomsbury Verlag das Buch von Daniil Charms “Seltsame Seiten” erschienen. Der Band stellt zum ersten Mal in deutscher Sprache eine große Auswahl seiner Kindergedichte und -Geschichten vor. Der Akzent der Übertragung liegt auf der Sinnlichkeit und der Sprachartistik. Somit wird der Dichter in seinem ureigensten, aber hierzulande immer noch viel zu wenig bekannten Element vorgestellt.
Viktor Hofmann: Lüge. Die Erzählungen
Das gesamte Prosawerk Viktor Hofmanns, eines legendären russischen Symbolisten, erscheint zum ersten Mal auf Deutsch in einer Übersetzung von Alexander Nitzberg im Lilienfeld Verlag. Damit wird ein vergessener Klassiker der Moderne auch im Lande seiner Vorfahren entdeckt.
Hier bereits einige Rezensionen:
Spiegel Online
Deutschlandradio
Neue Züricher Zeitung
ORF
Carpe Pagina
Hugo-Ball-Förderpreis 2008
Die Stadt Pirmasens verleiht Alexander Nitzberg den Förderpreis zum Hugo-Ball-Preis. Der Hauptpreis geht an Max Goldt.
Sonette von Edmund Spenser
Zum ersten Mal in deutscher Sprache ist nun das gesamte Sonettwerk des großen Elisabethaners in der Übertragung von Alexander Nitzberg beim Verlag Jung und Jung in Salzburg erschienen.
Alexander Nitzbergs Poetik
erschienen bei DuMont
Der Band “Lyrik Baukasten” verfolgt alle relevanten Schritte der Gedichtgenese und ist ein professionelles Lyriklehrbuch, das Dichtung nicht als Selbsterfahrung oder -befreiung, sondern als komplexen gestalterischen Prozeß im Kontext der Weltliteratur betrachtet. Zu den besprochenen Themen gehören: Klang, Bild, Stil, Komposition und Rezitation.
Leseprobe
Wie entsteht ein Gedicht? Aus einer abstrakten Idee heraus. Warum muß sie unbedingt abstrakt sein? Weil ein konkreter Gegenstand nicht ohne weiteres in die Materie der Sprache überführbar ist. Das heißt, der Dichter kann mit einem solchen zwar beginnen, müßte ihn jedoch vorher in umgekehrter Weise auf das ihm zugrunde liegende geistige Prinzip zurückführen, ihn gleichsam auflösen. Damit hat er eine Urzelle, die noch keinerlei Charakter besitzt, als Ausgangspunkt.
Der Prozeß, der nun einsetzt, ähnelt stark der Züchtung von Kristallen: Das »lyrische Ich« fungiert dabei als Prisma, das die Idee anpeilt. Diese strahlt, von ihm gebrochen, auf die sprachliche Substanz des Dichters ein und wird zu einem Thema verwandelt. Im Thema ist die Idee bereits greifbarer geworden, und jetzt entscheidet sich, ob es dazu geeignet ist, den Dichter für eine weitere Arbeit mit ihm zu faszinieren. Ist die Faszination groß genug, reagiert als erste die phonetische Seite der Sprache, die dumpfe Klangmasse. Vom »lyrischen Ich« überwacht, versuchen einzelne Laute, dem Thema zu entsprechen und ordnen sich in kleine rhythmische Grüppchen nach erkennbarem Muster an. Einzelne Vokale und Konsonanten werden im Verlauf verworfen, andere geraten dagegen in das nähere Blickfeld des Lyrikers, der hinter ihnen allmählich einzelne, elliptische Wörter heraushört. Die klanglich-rhythmische Analogie führt zur stilistischen: Wie zuvor die Laute, werden nun die Wörter daraufhin überprüft, ob sie dem Ausgangsthema angemessen sind und wieder einmal gefiltert und sortiert. Sie beginnen, aus sich heraus zu sprechen, treten miteinander in Beziehung, fügen sich zu bruchstückhaften Sätzen. Die komplexen, noch unsichtbaren Korrespondenzen zwischen ihnen werden vom Poeten sichtbar gemacht und mutieren zu einem Bild. Während dieses ganzen Vorgangs verfestigt sich die Materie zusehends, nimmt mehr und mehr Gestalt an. Das »lyrische Ich«, das Prisma, verleiht ihr immer schärfere, geometrische Konturen, die ebenfalls in einem Verhältnis zum Thema stehen. Die anfänglich noch formlose Flüssigkeit gerinnt am Ende zu einem Kristall – einem schönen Gegenstand aus Sprache. Er ist durchsichtig, luzide und doch hart und stabil. Statisch und doch voller Spannung und Energie. In all seinen Proportionen herrscht eine große Klarheit, und doch ist er vom Schimmer des Geheimnisses umgeben. Und bei all seiner Perfektion weist er Risse auf – groß genug, um bemerkt zu werden, klein genug, um die Harmonie des Kunstwerks nicht zu zerstören. In diesem organisch gewachsenen Objekt ist die abstrakte Idee konkret und sinnlich geworden. Inspiration und Fleiß, geistiger Gehalt und Handwerk, Freiheit und Gesetz begegnen sich und verschmelzen miteinander.
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